Ausstellung

Russell Liebman,
1966 in New York geboren, war freier Fotograf, jetzt Dozent für Fotografie an der Lette Schule, lebt in Berlin-Kreuzberg. Er war die treibende Kraft hinter der Geschichte über die Meeressäuger vom  Jahr 2000. Fotografiert im Auftrag von Mare.  Wochenlang wohnte er mit den Tschuktschen
und lebte wie seine Gastgeber u.a. von Seehundfleisch. Für mare und andere Zeitschriften fotografierte er mehrere Geschichten an vielen Orten der Welt.

Der Ausstellung ist den Tschuktschen, Meeresjägern und besonders dem Schriftsteller Juri Rytchëu gewidmet, den Nachkommen von Rëu – dem Wal, der einst aus Liebe zu einer Frau am Strand von Tschukotka das Meer
verließ und zum Menschen wurde. Die Walgründe im Meerbusen von Metschigmenski, wo viele Tausend Walfamilien ihre Jungen aufzogen, und auch die Meerenge zwischen der Insel Ittigran und dem Festland galten deshalb lange Zeit als heilig. Und Wale wurden nur in großem Abstand vom Ufer gejagt.
Der Schriftsteller Juri Rytchëu kehrte mit dem Fotografen Russell Liebman  in seine Heimat Tschukotka am östlichsten Zipfel Sibiriens zurück.
Juri Rytchëu, Jahrgang 1930, ist der erste tschuktschische Schriftsteller.
Seine Romane – darunter „Traum im Polarnebel“ (1968), „Wenn die Wale fortziehen“ (1975), „Teryky“ (1980), „Die Suche nach der letzten Zahl“ (1984) und „Unna“ (1992) – erschienen seit 1993 in deutscher Übersetzung im Unionsverlag Zürich. Rytchëu starb 2008 in St. Petersburg.